Schule auf Rädern, Don-Bosco-Zentrum Berlin

Projektbeginn: 2009

Im Berliner Großbezirk Marzahn-Hellersdorf sind mehr als 23.000 Menschen auf der Suche nach einem Arbeitsplatz - darunter rund 2.300 Jugendliche. 600 von ihnen haben keinen Schulabschluss und damit auch keine Chance auf eine Zukunft.  Das Projekt "Schule auf Rädern" - unter der Leitung von Schwester Margareta - ermöglicht diesen jungen Menschen den Schulabschluss nachzuholen und durch Praktika Einblicke ins Berufsleben zu bekommen. 21 Mädchen und Jungen haben seit 2008 erfolgreich das Projekt besucht. Viele von ihnen haben einen Job bekommen, andere möchten das Abitur nachholen und anschließend studieren.

Don Bosco Magazin, 01/2012 - Artikel lesen

Halbzeit im Schuljahr 2011/2012

"WENN DU WIRKLICH KAPIERT HAST, DASS DU EINEN ABSCHLUSS BRAUCHST, DANN IST ES EINFACHER, DURCHZUHALTEN"

(Zitat eines Schülers des Projektes
„Schule auf Rädern“)
DONBOSCOmagazin 1/2012 - Artikel lesen »

Das erste Halbjahr (Schuljahr 2011/2012) ist vorbei und alle Jugendlichen die bei "Schule auf Rädern" teilnehmen, haben ihr Probehalbjahr bestanden. Manche Schüler konnten sehr gute Leistungen erbringen und einige Jugendliche müssen sich bis zum Ende des Schuljahres in einigen Fächern noch verbessern, um den Abschluss zu erreichen. Sie werden zusätzlich zum Schulunterricht Nachhilfestunden während der Praxiszeiten in Berlin erhalten. Anfang Februar erhalten die Schüler ein Halbjahreszeugnis mit einer ersten Gesamtleistungsübersicht. In den ersten Schulwochen gab es innerhalb der Klassen einige kleine Schwierigkeiten, da sich alle Schüler erst wieder an einen geregelten Schulalltag gewöhnen mussten. Aber die Aufteilung in nun 2 Schulklassen mit insgesamt 14 Berliner Schülern konnte gut bewältigt werden.

Wir sind sehr zuversichtlich, dass alle unserer Jugendlichen am Ende ihren Hauptschulabschluss in der Tasche haben und somit die Grundlage für einen Start ins Berufsleben gegeben ist. Dazu werden alle Jugendlichen ein Praktikum außerhalb der Manege gGmbH absolvieren, um einen Einstieg in ein betriebliches Ausbildungsverhältnis wahrscheinlicher werden zu lassen. Es ist uns in dieser Zeit ein großes Anliegen, die Jugendlichen auf die Erwartungen des ersten Arbeitsmarktes vorzubereiten und ihnen die Augen für die Realitäten des beruflichen Alltags zu öffnen. Dazu ist es unbedingt nötig, den geschützten Rahmen, in dem sie momentan lernen, langsam und unter kontinuierlicher Begleitung aufzulösen.

Innerhalb des Projektes gab es am 01.01.2012 einen Personalwechsel, Frau Vera Rodenstock ist seit dem für die Leitung des Offenen Bereiches der Manege gGmbH zuständig und Herr Frank Mumdey, der bereits eine der beiden Klassen betreut hat, übernimmt die Betreuung des gesamten Projektes „Schule auf  Rädern“. Herr Mumdey wird dabei kontinuierlich in Heiligenstadt bleiben, was es uns ermöglicht auch Praktika dieser Umgebung anzubieten, die von einem Mitarbeiter begleitet werden können. Frau Rodenstock wird während der Praxiszeiten in Berlin weiterhin Ansprechpartnerin  für die Schüler sein können. Wir wünschen beiden viel Erfolg bei der Erfüllung ihrer neuen Aufgaben.

Daniela Hartmann, Manege gGmbH

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Hier ein Rückblick auf die Schuljahre 2009/2010 und 2010/2011:

Schule auf Rädern - 2009/2010

Wir haben die Schüler Andy, Erik, Jacqeline, Fernando, Kevin, Riccardo
und Dennis ein Jahr lang bei Ihrer Schulausbildung begleitet. Was ist nun aus Ihnen geworden? Ein Jahr nach dem, hart aber gerne erarbeiteten Erfolg einen Schulabschluss in der Tasche zu haben. Die Lebensplanung der Jugendlichen ist sehr unterschiedlich, manche benötigen etwas mehr Zeit um sich zu entscheiden, andere haben bereits ein Ausbildungsjahr erfolgreich abgeschlossen.

Erik absolviert sehr erfolgreich seine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann. Er hat eine gute Zwischenprüfung gemacht und ist zufrieden mit seinen Leistungen.

Dennis macht eine Ausbildung zum Fahrzeuglackierer und hat das erste Jahr ebenfalls erfolgreich beendet.

Jacqueline und Riccardo hatten im letzten Jahr noch keinen richtigen Plan und sind noch in der Einrichtung geblieben, haben verschiedene Praktika gemacht und sich dieses Jahr zu einer Ausbildung entschlossen. Jacky wird Bauten- und Objektbeschichterin und Riccardo hat sich für den Bereich Hauswirtschaft/Service entschieden.

Kevin hat seinen LKW-Führerschein gemacht und in einer Spedition seine Arbeit aufgenommen.

Andy besucht die Bergschule St. Elisabeth und hat den Bildungsgang Gesundheit und Soziales belegt. Auch er hat mehrere Praktika absolviert.

Fernando hat sich gegen eine Ausbildung entschieden und reist als Schausteller durch Deutschland. Er ist in den Wintermonaten immer etwas unbeschäftigt, scheint allerdings glücklich mit diesem Arrangement.

Alle können sich nun in ihrem neuen Leben behaupten. Sie sind kritisch mit ihren Leistungen auch wenn es nicht immer so klappt wie sie es sich vorstellen, werfen sie nicht alles gleich wieder hin, sondern arbeiten daran sich zu verbessern. Sie haben eine Lebensperspektive und sind bereit sich dem Leben zu stellen, es selber in die Hand zu nehmen. Sie haben wieder zu ihren Familien gefunden oder leben in eigenen Wohnungen. Dank des unerschütterlichen Glaubens  an diese jungen Menschen, des ideenreichen und tatkräftigen Einsatzes von Schwester Margareta und ihren Helfern und der finanziellen Unterstützung der freddy fischer stiftung / cash4kids konnte diesen jungen Menschen geholfen werden.

Schule auf Rädern 2010/2011

Nach dem erfolgreichen Abschluss der sieben Jugendlichen aus dem Vorjahr, starteten wir am
05. August 2010 wieder mit sieben Jugendlichen (6 junge Männer und 1 junge Frau, im Alter von 17-23 Jahren) in das nächste Jahr Schule auf Rädern.

Die Jugendlichen in diesem Schuljahr sind eine bunt gemischte Truppe mit den verschiedensten Charakteren, Stärken und Problematiken.

Dennis K., Dennis L., Oliver, Chris Jack, Renato, Jennifer und René sind schon längere Zeit in der Einrichtung und haben einen ganz unterschiedlichen Hintergrund, was sie aber nicht daran hinderte einen guten Hauptschulabschluss zu erlangen. Auch diese Gruppe hat mit sehr guten Noten das Jahr abgeschlossen und hat schon feste Vorstellungen wie sie sich beruflich oder schulisch weiter orientieren wollen.

Sie haben gelernt nicht aufzugeben. Statt Kritik haben sie Motivation erhalten. Wenn einer strauchelte fiel er nicht hin, sondern hatte eine helfende Hand, die ihn wieder aufrichtete. Die Jugendlichen haben gelernt nach der Schule ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten. Sie besuchten Museen, wanderten oder gingen spazieren. Sie führten Hunde aus oder gingen reiten. Eis essen, Kinobesuche und bowlen standen auf dem Freizeitkalender. Es gibt viele Dinge in der Umgebung von Heilbad Heiligenstadt zu erleben, letztlich ist es ein "Gesamtfamilienpaket", was diese Art von miteinander Leben und Lernen ausmacht und zum Erfolg für jeden und jede wird.

Wir wünschen diesen jungen Menschen viel Glück und Erfolg für die nächsten Jahre. Dass ihre Ausbildungswünsche in Erfüllung gehen und sie diese erfolgreich abschließen werden. Dass sie ein selbstbestimmtes Leben führen können, Familien gründen und engagierte Mitglieder unserer Gesellschaft werden, trotz des schlechten Starts ihres Lebens.

Schwester Margareta und ihre Helfer werden auch diese Jugendlichen nicht aus den Augen verlieren und immer wieder helfen, wenn Hilfe benötigt wird.

Es ist aber kein Grund für Schwester Margareta die Hände in den Schoß zu legen, denn es gibt bereits die nächste Gruppe für "Schule auf Rädern". Die freddy fischer stiftung / cash4kids wird auch diese wieder finanziell unterstützen und dann über die weiteren Fortschritte berichten.

Schule auf Rädern
Schule auf Rädern
Schule auf Rädern
Schule auf Rädern
Schule auf Rädern
Schule auf Rädern
Schule auf Rädern
Schule auf Rädern
Don Bosco Zentrum, Berlin
Schwester Margareta mit Sebastian, Teilnehmer des Betreuungsprogramms
Freddy Fischer mit Bea, Leiterin der Malerwerkstatt
Don Bosco Zentrum, Berlin, Reisebus